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Die Audi AG mit Hauptsitz in Ingolstadt in Bayern ist ein deutscher Automobilhersteller, der dem Volkswagen-Konzern angehört.

Die Fahrzeuge der Marke Audi werden außer in den beiden deutschen Werken Ingolstadt und Neckarsulm in Győr (Ungarn), Bratislava (Slowakei), Changchun (Volksrepublik China), Brüssel (Belgien) sowie Aurangabad (Indien) gefertigt.

Der Handelsname ist ein Wortspiel zur Umgehung der Namensrechte des Kraftfahrzeugherstellers Horch. Der Gründer August Horch, der sein Unternehmen verlassen hatte und ein neues gründete, übersetzte seinen Nachnamen ins Lateinische. Das Wort audi ist der Imperativ Singular von audire (zu Deutsch hören, zuhören) und bedeutet „Hör zu!“ oder eben „Horch!“. Am 25. April 1910 wurde der Name „Audi“ in das Handelsregister von Zwickau eingetragen. Seit 1932 gehörte Audi zur Auto Union.

Seit vielen Jahren pflegt und präsentiert die Abteilung Audi Tradition zusammen mit den Traditionsgesellschaften Auto Union GmbH und NSU GmbH die umfangreiche und weit verzweigte Audi-Historie.

Geschichte
Die Geschichte der Marke Audi begann, nachdem August Horch aus seiner Firma „August Horch & Cie“ ausgeschieden war und am 16. Juli 1909 die „August Horch Automobilwerke GmbH“ in Zwickau gründete. Da es ihm untersagt wurde, seinen Nachnamen für die neue Automobilfabrik zu benutzen, wurde die Firma am 25. April 1910 in „Audi Automobilwerke GmbH“ umbenannt.

Der Name Audi kam durch die Idee eines zehnjährigen Jungen zustande. Im Haus von Franz Fikentscher, einem Freund von August Horch, gab es eine Diskussion über eine neue Bezeichnung für das Unternehmen, nachdem Horch einen Rechtsstreit wegen der Beibehaltung des Firmennamens verloren hatte. An diesem Gespräch beteiligten sich auch die drei Söhne Fikentschers. Der damals zehnjährige Heinrich Fikentscher übersetzte den Namen Horch = „höre“ ins Lateinische „Audi“.

Im Juli 1910 verließ das erste Fahrzeug mit dem Namen Audi das Zwickauer Werk. 1915 wurde die „Audi Werke AG“ gegründet. Nachdem Audi 1928 in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm DKW aus Zschopau bei Chemnitz das Unternehmen. 1932 schlossen sich Audi, DKW, Horch und Wanderer unter dem Zeichen der vier Ringe zur Auto Union mit Firmensitz in Chemnitz zusammen, weil die Weltwirtschaftskrise Einsparungen erforderte. Dabei war es eher eine Übernahme durch die Zschopauer Motorenwerke (DKW) als ein abgestimmter Zusammenschluss der vier Unternehmen. Der weltweit größte Motorradbauer übernahm auf Drängen der sächsischen Staatsbank die Geschäftsanteile der Horch Werke AG. Zu den drei Firmen gesellte sich die zugekaufte Automobilabteilung der Wanderer Werke AG. Damit wurde eine neue Marke unter dem Logo der vier Ringe ins Handelsregister Chemnitz eingetragen. Die vier Einzelmarken wurden weiterhin unter der neuen Dachmarke verkauft. Dabei machte die Marke Audi den geringsten Umsatzanteil des Gesamtkonzerns aus (Umsatzanteile der einzelnen Marken an der gesamten Automobilproduktion 1938 in Deutschland: DKW 17,9 %, Wanderer 4,4 %, Horch 1,0 % und Audi 0,1 %).

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die in der sowjetisch besetzten Zone gelegene Auto Union AG aufgelöst. Der Betrieb produzierte als VEB Automobilwerk Zwickau den AWZ P70 und wurde 1958 mit dem früheren Horch-Werk vereinigt. Im neuen VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau wurde bis 1991 der Trabant produziert.

In Westdeutschland gestaltete sich die Situation etwas anders, da die vier kleineren Filialen in München, Nürnberg, Hannover und Freiburg (Breisgau) wegen ihrer räumlichen Möglichkeiten für eine Produktion von Fahrzeugen viel zu klein waren und die sächsischen Werke in der Sowjetzone lagen. Einen Vorteil hatte jedoch die Auto Union gegenüber den anderen Fahrzeugherstellern in Westdeutschland: Die DKW-Wagen des Zschopauer Werkes waren wegen ihres Frontantriebs von der Wehrmacht nicht eingezogen worden. Deshalb befanden sich allein in Westdeutschland bei Kriegsende noch mehr als 65.000 Reichs- und Meisterklasse-Wagen, und auch im Ausland lief noch eine beträchtliche Anzahl dieser Fahrzeuge. Auf dieser Grundlage erfolgte einer der ersten Schritte zum Wiederaufbau der Auto Union mit der Gründung der Firma „Zentraldepot für Auto Union Ersatzteile GmbH“, die sich um diese nach dem Krieg übrig gebliebenen Auto-Union-Fahrzeuge kümmerte.

1949 bzw. 1950 musste die Auto Union GmbH rechtlich vollkommen neu gegründet werden. Dieser Weg war unumgänglich, da ein Gesetz der vier Besatzungsmächte vorsah, das gesamte deutsche staatliche Eigentum zu beschlagnahmen. Dies galt auch für Firmen, die zu mehr als 50 % im Staatsbesitz waren. Somit konnte die alte Auto Union AG nicht ohne Weiteres weitergeführt werden, nachdem sie in der Sowjetzone schon als Firma gelöscht worden war, und es kam zur Neugründung der Auto Union GmbH. Viele Mitarbeiter aus den zerstörten Werken in Zschopau, Zwickau und Chemnitz setzten sich nach Ingolstadt ab und nahmen die Produktion hier wieder auf. Allen voran standen der ehemalige Vorstandsvorsitzende der früheren Auto Union AG in Chemnitz, Dr. Richard Bruhn und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des ehemaligen Chemnitzer Stammsitzes der Auto Union AG, Dr. Carl Hahn. Die Fahrzeuge der Auto Union wurden unter dem Markennamen DKW produziert.

1958 übernahm die Daimler-Benz AG 87 % des Gesellschaftskapitals der Auto Union, 1959 schließlich 100 %. In der Zeit von 1964 bis 1966 übernahm die VW AG die Auto Union GmbH mit dem Werk in Ingolstadt und ließ im weiteren Verlauf den Namen Audi wieder erstehen, übernahm aber das Logo der Auto Union – die vier Ringe für die vier zusammengeschlossenen Kraftfahrzeughersteller – als Markenzeichen. Die Nachfrage nach den Zweitaktfahrzeugen der Auto Union war zu dieser Zeit nur noch gering; rund 30.000 Fahrzeuge standen auf Lager. Um den Zusammenbruch des Unternehmens abzuwenden, arbeiteten die Techniker an dem Typ F103, der den von Daimler-Benz entwickelten sogenannten Mitteldruckmotor, einen Viertakter mit einer Verdichtung, die zwischen Benziner und Diesel liegt, erhalten sollte. Um die Beschäftigung der rund 12.000 Mitarbeiter in Ingolstadt zu sichern und die Entwicklungskosten des neuen Autos zu decken, wurden von Mai 1965 bis 4. Juli 1969 in Ingolstadt VW Käfer produziert, insgesamt 347.869 Stück. Der Leiter des VW-Werks Kassel, Rudolf Leiding, trat an die Spitze des Unternehmens.

1965 brachte die Auto Union den ersten Nachkriegs-Audi auf den Markt. Dieses Modell F103 war eine Weiterentwicklung des DKW F102 und erhielt keine weitere Verkaufsbezeichnung. Der ehemalige Daimler-Benz-Mitarbeiter Ludwig Kraus präsentierte 1968 Heinrich Nordhoff, dem Vorstandsvorsitzenden der Volkswagenwerk AG, den von Kraus ohne Wissen des Vorstandes entwickelten Audi 100. Nordhoff war von der Entwicklung begeistert und willigte in die Produktion ein. Von nun an wurden die Wagen mit Zahlen entsprechend ihrer PS-Zahl versehen (beispielsweise: Audi 60, Audi Super 90).

1969 fusionierte die Auto Union GmbH mit der NSU AG Neckarsulm. Das Unternehmen hieß nun „Audi NSU Auto Union AG“ und hatte seitdem ein zweites Werk und (bis 1984) seinen Sitz in Neckarsulm. Im Januar 1971 fand der Slogan „Vorsprung durch Technik“ zum ersten Mal für den NSU Ro 80 (mit Wankelmotor) Verwendung in einer Werbeanzeige. Nachdem die Produktion des Ro 80 1977 eingestellt wurde, endete die Verwendung des Namens NSU als Produktbezeichnung. Seit dem 1. Januar 1985 firmiert die Audi NSU Auto Union AG als Audi AG. Gleichzeitig verlegte das Unternehmen seinen Sitz von Neckarsulm nach Ingolstadt. Von da an tragen Produkte und Unternehmen den gleichen Namen.

Seit 1993 ist Audi auch in Ungarn aktiv. So werden neben der Montage des Audi TT sämtliche Motoren in der ungarischen Stadt Győr gebaut.

Seit dem Jahr 2000 bildet Audi zusammen mit Seat und Lamborghini als Audi-Gruppe die sportlich orientierte Markengruppe im Volkswagen-Konzern, neben der Markengruppe Volkswagen mit VW, Škoda, Bentley und Bugatti.

Im Jahr 2005 feierte Audi 25 Jahre quattro und am 30. September und 1. Oktober 2006 mit einem Tag der offenen Tür und dem Start der Produktion des Audi R8 das Jubiläum 100 Jahre Automobilbau in Neckarsulm. Mehrfach ausgezeichnet sind TV- und Magazinwerbungen, darunter auch einzelne mit Kultstatus, wie zum Beispiel der von Audi ins Leben gerufene „Wackel-Elvis“ oder der Schanzenspot.

Technik und Innovation
Audi hat zahlreiche technische Neuerungen entwickelt und eingeführt, wie 1972 den negativen spurstabilisierenden Lenkrollradius beim Audi 80, 1975 den ersten Motor des VW-Konzerns mit mechanischer Benzineinspritzung K-Jetronic (der spätere VW Golf GTI-Motor), 1977 einen 5-Zylinder-Ottomotor im Audi 100, 1980 den quattro-Antrieb (Allradantrieb im Urquattro-Typ 85). Geplant war, damit jedes Fahrzeug mit mehr als 200 PS wegen der dem Frontantrieb überlegenen Traktion auszurüsten, zumindest jedoch diese Technik anzubieten.

Audi ist des Weiteren seit 1985 erster Großserienhersteller vollverzinkter Karosserien (Audi 100). Das letztgenannte Modell wurde 1982 vorgestellt und war damals mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,30 das strömungsgünstigste Serienfahrzeug der Welt. 1983 bekam Audi als erster deutscher Automobilhersteller die allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Fahrzeuge mit Katalysator.

Ende der 1980er Jahre bot Audi nach dem Fiat Croma TD i.d. und dem Rover Montego als erster deutscher Hersteller im Modell Audi 100 TDI einen Dieselmotor mit Direkteinspritzung und Turboaufladung an. In den 1980er Jahren kam die Sicherheitsentwicklung procon-ten hinzu, bei der bei einem Unfall die Lenksäule von Fahrer weggezogen wird, die später zugunsten neuerer Entwicklungen wieder aufgegeben wurde.

Im Jahre 1985 zeigte Audi auf der Hannover-Messe ein Bild zweier Damen, die ohne Hilfe die komplette Rohkarosserie eines Audi 100 trugen. Diese war aus Aluminium gefertigt und brachte erstmals Audis entsprechende Arbeiten an die Öffentlichkeit. Mit Alcoa als Partner waren die Entwicklungen schon so weit fortgeschritten, dass ab 1988 Prototypen auf Basis des Audi V8, die über eine ASF-Karosserie verfügten, im Dauertest liefen.

1988 kam mit dem auf dem Audi 100/200 basierenden Audi V8 die erste Oberklasse-Serienlimousine mit permanentem Allradantrieb auf den Markt.

Im September 1991 stellte Audi auf der IAA in Frankfurt sowie im Oktober desselben Jahres auf der Tokyo Motor Show mit dem Spyder und der AVUS-Studie zwei Prototypen mit aus Aluminium gefertigtem Gitterrohrrahmen und Karosserie vor. Im Oktober 1993 wurde schlussendlich das sogenannte „Audi Space Frame Concept Car“, kurz ASF, auf der Frankfurter IAA vorgestellt. Es verfügte über einen 3,4-Liter-V8-TDI-Motor und entsprach abgesehen von der polierten Aluminiumaußenhaut weitestgehend dem Modell Audi A8, welches im Mai 1994 mit einem 2,8-Liter-V6 mit Frontantrieb sowie einem 4,2-Liter-V8-Ottomotor mit Quattro-Antrieb als eines der weltweit ersten Serienfahrzeuge mit Aluminiumkarosserie auf den Markt kam.

Das Nachfolgemodell des Audi 100/200, der Audi A8, war 1994 die erste Serienlimousine mit einer selbsttragenden Karosserie aus Aluminium, dem sogenannten Audi Space Frame (ASF). Im Audi A2 wurde dieser Werkstoff erstmals auch in der Kleinwagenklasse eingesetzt. Der A2 1.2 TDI war 2001 das erste und bisher einzige fünftürige Drei-Liter-Auto auf dem Markt. Seit 2007 bietet Audi für den Sportwagen R8 als erster Hersteller weltweit einen Frontscheinwerfer an, welcher komplett mit LED-Technik arbeitet.

Audi-Singleframe-Kühlergrill
Mit Singleframe-Kühlergrill wird speziell die Optik des Kühlergrills im Design aller Fahrzeuge von Audi seit dem Jahr 2004 bezeichnet. Bei der Singleframe-Optik teilt die Stoßstange den Kühlergrill nicht mehr in zwei Teile, wie bei allen früheren Modellen, sondern besteht oberhalb aus einem größeren Teil mit dem Logo des Herstellers und unterhalb aus einem kleineren Teil ohne Funktion, der das Design abrundet. Dieser überdimensionale Kühlergrill soll den Fahrzeugen ein dominantes Aussehen verschaffen.

Es gab insgesamt drei „Epochen“ des Kühlergrill-Designs. Der sogenannte Zierrahmen-Kühlergrill hatte den Chromrahmen nur um den oberen Teil des Kühlergrills über der Stoßstange. Bei Einführung der zweiten Generation des Audi A4 (B6) im Jahr 2000 entstand daraus der Doubleframe-Kühlergrill, der auch den Teil des Grills unter der Stoßstange mit einer Chromleiste einrahmte. Ab 2004 folgte dann der Singleframe-Kühlergrill.

Nach und nach stellte Audi alle Modelle auf diese Optik um. Erstes Modell mit Singleframe war der A8 6.0L W12, einige Zeit später folgte die fünftürige Variante des Audi A3, der A3 Sportback. Mit dem Modellwechsel beim A6 bekam erstmals eine ganze Baureihe den neuen Grill. Später erhielten alle A3- und A8-Versionen sowie – nach einem umfangreichen Facelift – der Audi A4 einen großen Grill. Der Audi TT war das letzte Modell, dem das neue Aussehen mitgegeben wurde. Der Audi A2 erfuhr diese Änderung nicht, da seine Herstellung kurz nach Einführung des Singleframe auslief.

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